Lake Wanaka – simply too cold for me!

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Da eine Reise nach Neuseeland schon länger anstand, entschied ich im November 2016 relativ spontan aber voll motiviert, dass die Challenge Wanaka am heutigen 18.02.2017 ein super Einstieg in die Saison 2017 wäre … Mit diesem Ziel vor Augen zog ich ein umfangreiches Indoor-Training durch und kämpfte 3 Wochen auf Fuerte gegen den Wind – ich wollte in Wanaka möglichst fit an den Start gehen. Auf Grund der Trainingsbedingungen in Deutschland war mir dennoch bewusst, dass ich nicht die Performance, wie nach einem fundierten, über Monate sich aufbauenden, Trainingszyklus an den Tag legen würde. Hinzu kommt, dass mein Lauftraining immer noch stark reduziert ist, da meine Bizepsfemorissehne sehr hartnäckig ist … anyway, ich freute mich auf die Reise und das Rennen – ja, ich freute mich sehr! 🙂

In Christchurch angekommen war ich sehr froh, die 30 Stunden-Reise hinter mir zu haben und mein Bike heil im Koffer wieder zu finden 🙂 alles perfekt. Die ersten Trainingseinheiten auf der sehr welligen, aber wunderschönen Challenge-Strecke gingen mir noch schwer von den Beinen – Jetleg lässt grüßen 🙂 aber nach 4 Tagen hatte auch ich endlich Spaß auf der hügligen Radstrecke und war zuversichtlich, dass ich die 180km gut schaffen würde 🙂 Eine andere Geschichte war der Lake – mit 14 Grad (am Montag) seeehr kühl, nach 10 Minuten im See war ich durch … somit kaufen wir Neohandschuhe und -socken, welche offiziell empfohlen wurden … ja, das ging schon besser. Täglich hüpfte ich in den See (Gewöhnungstraining) und am Donnerstag schaffte ich bei der Swim-Course-Besichtigung (zur Startzeit um 7:00 morgens) immerhin 2000m – mit dicker Jacke im Anschluss und viel Kaffee 🙂 gings bald wieder … ich war zuversichtlich für das Rennen. Dennoch legte ich mir viele warme Klamotten für den Radpart bereit – immerhin hat es um 8:00 morgens nur 10-14 Grad Außentemperatur – was für einen durchgefrorenen Schwimmer schon kühl ist …

Raceday: in voller Neomontur ging es um 6:46 bei super Ambiente in einem kleinen Feld von 10 Profi-Damen in den See (15-17 Grad). Die ersten Meter gingen echt gut, ich war im Feld / am Feld dran und dachte „geht schon!“ doch ab ca. 500m wurde es kühler … das Feld zog davon, ich verlor den Druck im Wasser, paddelte alleine umher und konnte mich schwer orientieren (Dank der tiefen Sonne, welche aber nicht wärmte). Alle mögichen und unmöglichen Gedanken schossen mir durch den Kopf … es war zwar nicht s…kalt aber ganz sicherlich nicht warm, meine Waden und Oberschenkel krampften, aber Beinschlag wird mit Neo eh überbewertet… Auf alle Fälle hatte ich weder Kraft noch Angriffspower in den Armen … dennoch konnte ich mich zu einer zweiten Runde – fernab vom Feld – motivieren. Immerhin das Schwimmen wollte ich beenden. Ja, die Runde ging rum, und nach 67 Minuten wackelte ich aus dem Wasser – nein, nicht als letzte Profi-Dame … schnell merkte ich „da geht nimma viel!“ zwei sehr freundliche Helfer im Zelt motivierten mich zum Weitermachen, halfen mir aus dem Neo und redeten mir gut zu … doch mich schüttelte es nur und ich stand da wie ein begossener Puddel … schnell merkten die Damen, dass mir mehr wie kalt war … somit ging es unter die Wärmedecke anstelle aufs Bike! Nach ca. 5 Minuten wurde eine Körpertemperatur von 32 Grad festgestellt und sie meinten „you stay here!“ … ich wollte auch nicht von den Wärmflaschen, der Heizdecke und den Alufolien weg … not at all! Liebevoll wurde ich mit Gel und Riegel versorgt und erst, als ich wieder auf 36 Grad war, bzw. nach einer Stunde  🙂 durfte ich wieder aus der Hitzekammer raus …

Ja, ich weiß, dass kalte Temperaturen nichts für mich sind …. eigentlich hatten wir auch beschlossen, dass ich bei kalten Bedingungen nicht mehr an den Start gehe … mein Körper ist einfach nicht für die Kälte gemacht und ich kann unter solchen Bedingungen (mehrfach getestet) keine Leistung abrufen … vielleicht war es Naivität … vielleicht hoffte ich auf Hilfe von oben … vielleicht … ich wollte eben gerne unsere Neuseelandreise mit einem Rennen verbinden – hat nicht sollen sein … mir gehts wieder gut – mir ist wieder warm und jetzt am Nachmittag ist es hier in Wanaka sogar 26 Grad heiß – irres Klima – irre Wetterverhältnisse …

Danke an alle, die zu Hause Daumen gedrückt und am Live-Ticker auf meinen ersten Radspilt gewartet haben … an Tom, der in den letzten Tagen mehr Zeit auf Facetime wie im Bett verbrachte … und an Mama, die mich durch die letzten Tage begleitete und mir heute im Wärmezelt ganz liebevoll die Zehen wieder warmmassierte! 🙂